Kaum ist das Boot gerade noch rechtzeitig zurück im Wasser, steht schon der erste Törn an. Der traditionelle Herrentagstörn muss nicht ins Wasser fallen. Daher trifft sich das Himmelfahrtskommando wie üblich am Vorabend des Herrentages an Bord. Nachdem reichlich Flüssigproviant und allerhand Grillbares eingekauft und an Bord verstaut ist, stoßen wir zu viert auf den Törn an und stärken uns mit Pizza.



Entgegen den schlimmsten Wettervorhersageprognosen mit Dauerregen und Flaute, empfängt uns der Herrentag mit Sonne und leichtem Wind. Nach dem Frühstück laufen wir um 9:30 Uhr aus und motoren erstmal aus der Wohlenberger Wiek heraus. Dort empfängt uns statt fast kein Wind von hinten nun ein Amwindkurs mit segelbaren 3 bis 4 Knoten. Wir setzen alle drei Segel und der Autopilot steuert uns hinaus in die Lübecker Bucht. Statt den in der Presse angekündigten Kriegsschiffen der Nato und einem russischen Zerstörer sehen wir nur den Horizont, wenige Segler aber dafür erhalten wir Besuch im Heckwasser. Ein Schweinswal prustet seinen Blas heraus und interessiert sich scheinbar für unser segelndes Schiff. Mehrere Male taucht er dicht am Boot im Heckwasser auf.



Wir genießen die Überfahrt mit Reggae-Musik und Sonnenstrahlen im Gesicht. Immerhin 13 der 29 Seemeilen bewältigen wir unter Segeln bis uns der Wind im Stich lässt. Der Motor muss ran und erst kurz vor Burgtiefe kommt wieder eine kalte Brise aus Ost auf. Kurz nach Vier machen wir am Kopfsteg längsseits fest und stoßen auf die entspannte Überfahrt an.




Ruckzuck wird auch bald schon der Grill vorbereitet und wir schlagen uns die Bäuche voll. Schließlich liegt noch die Partynacht beim Windsurffestival vor uns. Da brauchen wir eine gute Grundlage. Die Party startet gut durch und erst nach 2 Uhr fallen wir in die Kojen.






Etwas verkatert beginnen wir den Freitag, der uns mit reichlich Sonnenstrahlen wieder munter macht. Christoph muss leider schon wieder abreisen nach dem Frühstück. Zu dritt besuchen wir die Messestände auf dem Festival und schauen uns ein wenig die Surfaction auf dem 12 Grad kaltem Ostseewasser an. Gegen Nachmittag schnippeln wir dann Gemüse und bereiten den Dutch Topf mit reichlich Hähnchen, Chilli, Kartoffeln, Zwiebeln, Schmand und Teriyaki-Soße vor. Am Grillplatz finden wir eine sonnige Ecke und lassen das Töpfen zweieinhalb Stunden vor sich hin köcheln. Dann schwelgen wir in Hähnchen und machen zu dritt den Topf fast leer.
Gute Grundlage für den Dancefloor und ein paar Kaltgetränke. Kalt wird uns tatsächlich recht schnell, denn der House-Mix aus den Boxen lockt die Leute nicht so recht auf die Tanzfläche. Wir wärmen uns am Ende lieber noch kurz in der proppenvollen Bar der Surfschule auf, wo gerade noch die Charchulla Zwillinge ihre letzten Töne auf die Steeldrums hämmern. Auf dem Weg zurück an Bord ziehen wir uns tatsächlich noch eine Pizza aus dem Automaten als Mitternachtssnack.









Am Samstag bläst es ganz ordentlich und ist recht ungemütlich mit vielen Wolken am Himmel. Statt im nassen Neopren, entscheiden wir uns für unseren traditionellen Stadtbummel durch Burg. Der Inselbus ist mittlerweile kostenfrei und bringt uns zu den einschlägigen Surfshops. Ein Fischbrötchenl darf nicht fehlen, während zwischendurch Regentropfen fallen. Wir spülen mit einem Flensburger nach und verkosten noch Flensburger Rum im Schnapslädchen unseres Vertrauens. Ein edler Tropfen landet dann auch im Rucksack und zurück an Bord wird der natürlich auch verkostet.





Draußen geht ein gewittriger Schauer nieder mit Windböen. Wir wärmen uns auf und als wir zum Grillplatz gehen, lacht bereits wieder die Sonne. Wir entscheiden uns dennoch für die überdachte Sitzecke und genießen Burger, Salat, Steaks und Würstchen bei guter Musik.
Später geht´s für uns dann noch zur Abschiedsparty vom Surffestival mit Mash Up DJ Steve Clash. Er versteht es die Leute auf die Tanzfläche zu ziehen und so komme ich an diesem Tag auf fast 33.000 Schritte. Kurz nach Eins teilen wir uns noch eine Abschlusspizza an Bord, bevor wir müde in die Kojen sinken.
Am Sonntag rollen wir uns schon etwas früher aus den Kojen an den Frühstückstisch. Schaffen es dann auch, um 9:25 Uhr abzulegen. Es geht wieder nach Hause. Draußen auf See empfängt uns etwas Seegang sowie 4 Windstärken von vorn. Motoren zunächst ein paar Meilen mit Stützsegel gegenan. Dann kreuzen wir rüber nach Großenbrode und nach dem Wenden wieder raus aufs Meer.

Der Wind nimmt ab und nach 13 Seemeilen unter Segeln muss der Motor wieder ran. Die restlichen 20 Meilen ziehen sich dann ganz schön. Dafür wird die See recht glatt und die Sonne scheint.



Um 16 Uhr machen wir wieder in der Weissen Wiek fest und können wieder mal auf einen gelungenen Herrentagstörn zurückblicken.