Hoch am Wind in die Saison

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Endlich ist es soweit. Es geht zurück ins Wasser und zu unserem Liegeplatz in der Weißen Wiek. Donnerstagabend sitze ich im Zug nach Rostock, denn am nächsten Morgen um 7:30 Uhr soll die Puffin schon in den Krangurten hängen. Vorher steht mir eine einsame Nacht auf dem Lagerbock bevor. Der Heizlüfter läuft und mit etwas Wein, Musik und Oliven könnte es mir schlechter gehen.

Ehe morgens Zeit für den ersten Kaffee ist, lässt der Travel-Lift die Puffin sanft in ihr Element hinab schweben. Der Motor springt sofort an aber es kommt kein Kühlwasser. Blöd, wenn der Kranführer wartet, dass man den Platz frei macht. Nach einigem Probieren mit dem Bypass-Seeventil und viel Gas kommt dann endlich der ersehnte Wasserschwall aus dem Auspuff.

Ich verlege mich an den Schwimmsteg und kann mir einen Kaffee aufbrühen. Nach dem Frühstück spucke ich in die Hände, denn alle Segel, Schoten und Reffleinen wollen aus dem Winterschlaf geholt und angebaut werden. Kurz nach dem Mittag ist das meiste erledigt und Dank sonnigem Wetter hat es auch Spaß gemacht. Dann noch ein Einkaufsspatziergang zum Lidl und der Überführungstörn kann starten. Spontan begleitet mich mein Kumpel Martin. Abends kommt er an Bord, wir genießen eine Maxipizza und stoßen auf guten Segelwind an.

Gestern früh um 8 Uhr lösen wir die Leinen und Motoren Richtung Warnowmündung. Vorbei an unzähligen Heringsanglern schmeckt der Morgenkaffee aus dem Thermobecher.

Der leichte Nordwestwind verspricht eher eine Motorfahrt gegenan. Die Sonne schält sich aus dem Dunst und macht die Temperaturen erträglich. Wir motoren 5 Seemeilen gegen den Wind hinaus, um etwas Höhe zu schinden. Das lohnt sich, den anschließend rauschen wir mit allen drei Segeln hoch am Wind zügig bis nach Kühlungsborn.

Der Motor hilft uns dort 3 Seemeilen um die Ecke und wir können abfallen und sogar noch schneller mit teils über 7 Knoten bis nach Poel fliegen. Dann lässt der Wind ab 14 Uhr nach und ganz gemächlich kommt Timmendorf näher. Der Wind hat gedreht und kommt fast von hinten. Mit nur noch 2,5 bis 3,5 Knoten kriechen wir auf die Weiße Wiek zu. Machen die Angel fertig und schleppen einen Blinker hinterher. Der fängt aber nur Seegras ein. Um 16:45 Uhr laufen wir dann in den Hafen ein und freuen uns auf den Anlegeschluck. Ein gelungener Törn von 44 Seemeilen liegt im Kielwasser und die Saison kann beginnen. Für den Sonntag stand aber noch Deckschrubben auf dem Plan. Passt ja auch zum 1. Mai – Tag der Arbeit.

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  1. Avatar von Werner Kosog Werner Kosog sagt:

    Das freut den Menschen…😉ich wünsche allzeit Mast- und Schootbruch…wird ja auch mal Zeit, dass wir euch in Aktion sehen….Papa

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