Rolling Home: über Großenbrode nach Hause

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Am Freitag hat der Ostwind sein Gastspiel beendet und der Westwind ist zurück. Auch wir müssen leider zurück nach Hause denn die Urlaubstage sind gezählt. Ein letztes Mal paddle ich morgens raus in die Lagune von Marstal und erfrische mich im Wasser mit Blick auf die ersten auslaufenden Boote. Auf dem Rückweg verabschiede ich mich nochmal von der Yuendumu Crew. Die legen um 8 Uhr einen frühen Start hin und wollen die über 70 Seemeilen durchsegeln bis Rostock.

Lilli und Luna radeln nochmal zum Brugsen Brot kaufen und wir frühstücken in der Sonne. Um 9:45 Uhr lösen auch wir unsere Leinen wobei noch die Hälfte unseres Bootshakens auf Tiefe geht. Wir motoren erstmal durchs Fahrwasser raus in die Bucht. Der Parasailor liegt bereit aber zunächst ist kräftiger Halbwind und bis 1,5 Meter Welle von der Seite. Unter Großsegel und Genua werden wir gut durchgerollt von der Dünung. Kommen dafür zügig voran.

Als die Spitze von Langeland querab liegt, beruhigt sich die See etwas aber auch der Wind geht von 5 Windstärken zurück auf 4 und schließlich 3. Wir bauen unsere Besegelung doch noch um auf den Parasailor. Nun geht es wieder mit 5-6 Knoten Richtung Fehmarn.

Kurz vor der Fehmarnsundbrücke wird unser Kurs mit dem Parasailor an Backbord zu tief, um unter Segeln durch zu kommen. Müssen die 89 Quadratmeter spontan runter holen. Unter Motor geht’s für 3 Meilen weiter bis wir die große Blase wieder hochziehen können.

Wir entscheiden uns, statt Burgtiefe den Kurs auf Großenbrode zu setzen. Den Hafen kennen wir noch nicht und für die Weiterfahrt am nächsten Tag sparen wir obendrein noch ein paar Meilen. Um 18 Uhr laufen wir in den Binnensee ein und finden im Hafen der Yachtwerft Klemens einen Liegeplatz im zweiten Anlauf. In der ersten Box blieben wir stecken. Dann stärkten wir uns mit Mini Burgern und starteten einen Rundgang die Promenade runter. An der Seebrücke ist sogar noch was los mit Ständen, Musik und Fressbuden. Gönnen uns Softeis und eine Kartoffelspirale.

Nachts pfeifen Böen durch die Wanten und auch morgens heult der Wind sein Lied. Nach dem Frühstück meistern wir das Ablegen bei kräftigem Seitenwind. Draußen bläst es ablandig mit 15 – 25 Knoten sehr böig. Wir rollen nur die Genua aus. Das reicht für 6-7 Knoten. Der Autopilot steuert souverän auch bei zunehmender Welle von hinten. Die Kinder liegen unten und hören Podcasts. Wir lesen.

In der Lübecker Bucht nimmt der Wind langsam ab bis wir kurz vor der Küste nur noch durchgerollt werden von den Wellen. Setzen zusätzlich das Großsegel und da hat auch der Wind ein Einsehen. Er dreht von 150 Grad auf Halbwind. Jetzt können wir mit über 5 Knoten in die Wohlenberger Wiek segeln – sogar bis vor den Hafen. Nach 5 Stunden und 28 Seemeilen liegen wir wieder an unserem Liegeplatz und stoßen auf den erfolgreichen Törn an. Haben in Summe 224 Seemeilen absolviert und davon sogar 85 Prozent unter Segeln. Da hatten wir schon schlechtere Bilanzen. In den 3 Wochen haben wir 7 Häfen besucht und hier und da mehrere Hafentage verbracht. Nun heißt es packen und putzen bevor am Montag dann das Hamsterrad ruft. Nebenbei genießen wir das sonnige Wetter und am Hafen ist sogar mal was los. Es gibt einen Partysänger, Losbuden und Fressbuden. Vom Milchreisstand werden wir auch mit einem neuen Ohrwurm versorgt – Yummy yummy yummy …

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