Himmelfahrtskommando 2025

In diesem Jahr ist der Herrentag erst Ende Mai. Da keimt die Hoffnung auf, auch mal ohne Winterjacke unterwegs sein zu können. Wie immer treffen wir uns schon am Mittwochabend an Bord und stoßen auf vier gemeinsame Männertage an. Die Wetterprognose sieht tatsächlich ganz gut aus mit Aussicht auf Sonne, Wind und vielleicht sogar T-Shirt taugliche Temperaturen.

Am Herrentag ist nur leichter Wind angesagt der später sogar ganz in einer Flaute enden soll. Die Sonne zeigt sich jedenfalls und nach dem Frühstück löse ich mit Martin und Christian die Leinen. Christoph muss leider wieder abmustern, da vor ihm statt einem langen Wochenende noch berufliche Verpflichtungen warten. Um Dreiviertelzehn motoren wir aus dem Hafen und hinaus zur Fahrrinne. Mit Großsegel und Genua segeln wir moderat auf Amwindkurs hinaus aufs mehr. Viel Welle schaukelt uns zum Glück nicht durch und nach einer Weile dreht der Wind. Auf Halbwindkurs segeln wir mit 3 bis 5 Knoten auf Fehmarn zu. Hinter der Sprayhood wärmt die Sonne und wir genießen die Fahrt mit sommerlicher Musik.

 

Zehn Seemeilen vor unserem Ziel verabschiedet sich dann tatsächlich der Wind aber immerhin konnten wir rund 20 Seemeilen unter Segeln zurücklegen. Nun muss der Motor ran. Wir bergen die Segel und natürlich kommt anschließend doch noch Wind auf. Nur aus der entgegengesetzten Richtung Nordost. Alles wieder hochziehen lohnt nicht mehr und daher rollen wir zur Unterstützung nur die Genua aus. Mit Rauschefahrt erreichen wir zügig die Fahrrinne nach Burgtiefe.

 

Der Hafen ist pickepackevoll. Wir drehen einige Runden und finden dann glücklicherweise doch einen schönen Platz außen am Rundsteg mit Blick auf den Bäcker. Da können wir morgens wenigstens gleich erkennen, wie lang die Schlange ist. Nach dem obligatorischen Anlegebierchen rüsten wir uns zum Grillen.

 

Gut gestärkt brechen wir dann zum Windsurffestival am Südstrand auf. Die Bässe vom DJ schallen bereits zu uns rüber. Nach feuchtfröhlicher Herrentagsfeier enden wir noch traditionell in der urigen Surferbar für einen Absacker. Etwas wackelig erreichen wir unsere Kojen und am nächsten Morgen begrüßt mich ein amtlicher Kater.

Da nützt es nichts, dass es draußen in den Wanten pfeift und ein paar Kiteschirme in den Himmel steigen. Christian muss allein sein Glück auf dem Board versuchen während ich mich regeneriere. Das hat man nun davon – selbst schuld. Abends grillen wir Burger und lassen es anschließend auf der Surferparty etwas ruhiger angehen.

 

Der Samstag wird sonnig und recht windstill. Wir nutzen das für unseren traditionellen Ausflug in die Stadt nach Burg. Wir wühlen uns durch Surf-Shops und stärken und mit Fischbrötchen und Flensburger. Zurück zum Hafen nehmen wir statt den Bus die Bimmelbahn für Touristen, die gerade an unserer Bushaltestelle Gäste aufnimmt. Während der Fahrt klärt uns der Lautsprecher über wissenswerte fehmarner Fakten auf.

 

Nachmittags nutzen wir das tolle, sommerliche Wetter und  marschieren mit Bollerwagen und dem vorbereiteten Dutch-Topf von Martin für ein Picknick an den Strand. In den Dünen braten wir in der Sonne und im Topf brutzeln für zwei Stunden zweieinhalb Kilo Schweinenacken mit Kartoffeln und Gemüse vor sich hin. Nur das mitgebrachte Becks Bier will uns nicht so recht schmecken, nachdem wir verwöhnt von Störtebecker und Budweiser sind. Dafür schmeckt das Ergebnis aus dem Dutch-Topf umso besser. Den Rest soll es dann am nächsten Tag bei der Überfahrt zum Heimathafen geben.

 

Abends verabschieden wir uns nochmal von der Surferparty und endlich ist ein DJ am Start, der nicht nur House-Beats spielt, sondern ein Mashup ausgewählter Partyhymnen. Das kommt gut an und die Tanzfläche ist voll. Wir schaffen es rechtzeitig in die Koje. Christian und ich brüten außerdem nebenbei noch einen Männerschnupfen aus.

Am Sonntag ist Gewitter angesagt und es regnet morgens. Wir lassen uns etwas Zeit und frühstücken erstmal, während es um uns herum donnert. Schwarze Wolkenfetzen ziehen durch. Gegen 10 Uhr nutzen wir die Regenpause und legen ab. Das Timing schein gut zu sein, denn die Pause zwischen zwei Wolkenfronten bringt uns hinaus aufs Meer. Wind ist leider nicht viel beziehungsweise vielleicht auch zum Glück, denn er kommt genau aus unserer Zielrichtung. Also müssen wir leider die gesamte Strecke unter Motor zurücklegen. Dafür bleiben wir von weiterem Regen verschont, während über dem Land Einiges durch zieht.

 

Erst kurz vor Boltenhagen frischt der Wind etwas auf und wir können auf Amwindkurs die Genua noch ein paar Meilen mithelfen lassen. Als wir dann auf den Hafen zu motoren, zieht doch noch eine kleine Front durch und bringt etwas Regen und Böen. Da sind die Segel aber schon verpackt und die Fender hängen schon draußen. Zum Anlegen ist es schon wieder trocken und alles klappt wunderbar. Der Männerschnupfen macht uns etwas zu schaffen aber ein Anlegeschluck muss sein. Wir stoßen auf den gelungenen Törn an und streichen den Termin für nächstes Jahr schon mal fett im Kalender an denn nach dem Herrentag ist vor dem Herrentag.

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