Der lange Schlag zurück

Nach dem es Mittwochabend doch noch gewittert und ordentlich geschüttet hatte, empfängt uns der Donnerstagmorgen recht freundlich. Um Sieben klingelt der Wecker und wir verlieren beim Frühstück und den Vorbereitungen keine Zeit. Wir verabschieden uns von der Yuendumu-Crew und schaffen es, um 9 Uhrabzulegen. Durch das schmale Fahrwasser motoren wir hinaus aufs Meer. Uns bläst dort gleich ein ordentlicher Südwest mit 5 Windstärken entgegen, als wir das Großsegel setzen und das erst Reff einbinden. Genua raus und schon jagen wir hoch am Wind über die Wellen. Der Autopilot steuert und wir versuchen und an das vor uns liegende Rodeo zu gewöhnen. Alle sitzen lieber an Deck im Schutz der Sprayhood, halten sich fest und hängen ihren Gedanken nach. Die Böen werden stärker bis 6 Beaufort und drücken uns ordentlich auf die Backe. Immer wieder läuft in Lee schäumend das Wasser über unser Seitendeck.

Immerhin kommen wir schnell voran und als wir uns von Langeland freigesegelt haben, wird der Wind konstanter und die Wellen pegeln sich bei 1 Meter ein. Die 30 Seemeilen über die Ostsee bis in den Fehmarnsund bewältigen wir in 5 Stunden – ein guter Schnitt. Mit Kurs auf die Fehmarnsundbrücke schwächelt der Wind etwas und kommt fast direkt von hinten. Wir reffen aus und segeln so noch bis kurz vor die Brücke. Dort dümpeln wir mit 2-3 Knoten und werfen den Motor an, um durch die Brücke auf die andere Seite des Sundes zu kommen. Da hatten wir schließlich erst knapp über die Hälfte unserer Strecke geschafft.

Tatsächlich konnten wir dann auf Halbwindkurs wieder ein paar Meilen zügig segeln, bevor der Wind drehte und unstetig wurde. Die letzten 20 Seemeilen half dann unsere Maschine mit, um unsere Durchschnittsgeschwindigkeit einigermaßen halten zu können. Mehr als 12 Stunden wollten wir ungern unterwegs sein, besonders wegen unseres Hündchens. Der Wind schwächelte weiter und das Segel schlug erbärmlich hin und her. Also Großsegel runter. Dadurch nahm das Schaukeln mit Welle von der Seite jedoch unangenehm zu. Auch der Wind drehte und bescherte uns für die letzten Meilen einen Amwindkurs Wir rollten die Genua aus und motorsegelten so recht zügig mit 6,5 Knoten auf unser Ziel zu. Die Sonne ging langsam unter. Nach elfeinhalb Stunden und 66 Seemeilen erreichten wir unsere Marine Weisse Wiek in Boltenhagen und ließen den Abend entspannt ausklingen. Insgesamt sind wir bei unserem Törn auf 344 Seemeilen gekommen. Immerhin 60 Prozent davon haben wir unter Segeln bewältigt. Morgen heißt es nun putzen, aufräumen und zusammen packen. Immerhin ist nach dem Törn ja auch wieder vor dem Törn. Ahoi.    

Hinterlasse einen Kommentar