Über den Strandort Juelsminde in den kleinen Belt nach Middelfart und Assens

Nach einem sommerlichen Hafentag in Hou, den wir für eine Strandwanderung mit Badestopp genutzt haben, verabschiedeten wir uns mit einem Grillabend am Steg inklusive kitschigem Sonnenuntergang.

Am Dienstag ging es weiter trotz Flaute. Wir füllten unseren Dieseltank, nachdem uns im Hafen eine riesige Pfahlrammplattform in Bedrängnis gebracht hatte. Über die glatte See und später noch etwas Gegenwind brachten wir die 20 Seemeilen hinter uns. Der Hafen von Juelsminde war recht voll aber wir erwischten einen schönen Boxenplatz. Zum hinunter steigen auf den Steg brauchten wir aber unsere Leiter, die gerade so ausreichte. Der Wasserstand stieg mehr als 1 Meter und verschluckte sogar die Mole fast komplett, der man noch die Schäden von der Sturmflut ansah.

Juelsminde ist ein quirliger Strandort und das Wetter passte perfekt dazu. Deshalb blieben wir einen weiteren Tag. In der Stadt freuten sich die Kids über den Normal-Markt und zahlreiche Loppe Markets (Hofflohmarkt-Stände) Außerdem konnten sie sich im Buchladen eine Schatzkarte holen und bekamen nach dem Beantworten der Fragen an verschiedenen Stationen eine Medaille. Eine der Stationen war ein großer Abenteuerspielplatz mit riesigen Rutschen.

Im Anschluss an den Ausflug genossen wir ein Fischsandwich und Pommes in der Sonne, bevor es die Kinder an den Strand zog. Wir steckten unsere Köpfe in die Bücher, bis Luna aufgeregt angelaufen kam. Nebenan am Strand tummeln sich mehrere Schweinswale. Also schnell die Badehose gegriffen und los. Tatsächlich tauchten die Meeressäuger dann keine 20 Meter vor mir mehrfach aus dem Wasser. Beeindruckend.

Abends grillen wir dann neben dem Clubhaus in der Abendsonne und lauschen der Liveband, die ein Stückchen weiter vor einem Restaurant von 18 bis 22 Uhr spielte.

Am Donnerstag wollen wir weiter in den kleinen Belt bis nach Middelfart. Leider ist kein Wind beziehungsweise leichter Gegenwind. Es wird erneut eine Motorfahrt von 20 Seemeilen. Unterwegs sehe ich immer mal wieder einen Schweinswal. Im Belt retten wir einen treibenden Wasserball und sehen einen toten Schweinswal treiben, bevor wir bei reichlich Gegenströmung die Brücke passieren und Middelfart erreichen. Der alte Hafen ist voll aber im Nyhavn finden wir vor modernen Wohnburgen zum Glück noch Liegeplätze.

Für die Kids geht es gleich gegenüber in H&M und Normal. Die Einkaufsstraße ist nicht weit. Später essen wir leckeres Lakritzeis und Bananen- sowie Kokoseis in frisch gebackenen Waffeln. Am alten Hafen ist ein mehrtägiges Jazz-Festival. Da schauen wir natürlich noch vorbei nach unserem Grillabend am Steg. Im Festzelt steppt der Bär und DJ Garfield spielt eher 90er Hits als Jazz. Wir genießen die ausgelassene Stimmung und kriechen erst spät in die Kojen.

Auch den Freitag verbrachten wir noch in Middelfart. Die Kinder wollten zu einigen Second Hand Läden und Jona fragte mich, ob ich ihm mal zeige wie man blinkert. Also Angeln raus und ab an die Mole. Auf einem ehemaligen Fähranleger machten wir unsere Würfe und staunten über die Strömung. Ich hatte Glück und konnte eine schöne Makrele überlisten.

Nachmittags machten wir Erwachsenen noch einen Rundgang bis zur 2 Kilometer entfernten Marina auf der anderen Seite der Halbinsel. Abends gab es dann neben Kartoffeln und Bohnengemüse auch Makrele vom Grill. Später beim Gin Tonic auf der Yuendumu schauten wir auf die weitere Törnplanung. Lilli und Mara gingen nochmal zum Festival. Am nächsten Tag sollte es weiter gehen bis nach Assens am Ausgang des kleinen Belts.

Um kurz vor halb Elf lösten wir dann heute die Leinen und bei Flaute und später Gegenwind musste schon wieder der Motor ran. Etwas Gegenströmung bremste uns anfangs aber hinter der Eisenbahnbrücke kippte der Strom langsam zu unserem Gunsten. Ein kurzer Angelstopp blieb erfolglos. Nach vier Stunden erreichten wir Assens und fanden Plätze für beide Schiffe.

Mit Blick auf Industrieanlagen und einer nüchternen Innenstadt mit hochgeklappten Bürgersteigen lockt Assens nicht unbedingt zum längeren Verweilen. Morgen soll guter Wind von hinten für uns einsetzen, den wir nutzen wollen.

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