Den Sommer vor Anker verabschiedet

Und noch ein Nachbrenner des Sommers wird gezündet. Das Wochenendwetter verheißt weitgehend Flaute, Sonne satt und badetaugliche Temperaturen. Genau richtig, um den Anker wenigstens einmal in dieser Saison einzugraben.

Die Kids schwitzen lieber daheim. Wir genießen die ungewohnte Ruhe und auch ein Besuch im Fischrestaurant wird am Freitagabend nicht abgewählt.

Gegen Mittag verlassen wir am Samstag mit vollen Akkus den Hafen und motoren drei Seemeilen auf die andere Seite der Wohlenberger Wiek. Ein paar Boote ankern dort bereits.

Wir lassen den Anker auf etwa 3,5 Meter Tiefe fallen. Naja ich nutze die Winsch zum kontrollierten Absenken der Kette. Der Anker hält auch beim rückwärts Eindampfen mit 2000 Umdrehungen. Bloß der Plotter ging aus während die Winsch lief. Hatte ich schon öfter obwohl auch der Motor und damit die Lichtmaschine lief. Angeblich Spannung unter 11,5 Volt obwohl die Verbraucherbatterien 100 Prozent anzeigen. Naja erstmal springe ich ins Wasser und reinige den Wasserpass.

Später fahren wir mit dem Beiboot an Land und machen mit Lola einen Strandspaziergang. Es sind einige Sonnenanbeter vor Ort und die Steilküste sowie der Pfad durch das hohe Schilf sind sehenswert. Hinter der Ecke geht es weiter bis fast nach Hohen Wieschendorf. Etwas befremdlich sind einige nackte, einzelne, ältere Männer, die alle paar Meter im Gras sitzen. Schnell weiter. Oben auf der Steilküste wandern wir zurück.

Lola kommt ins Beiboot und wir ziehen das Boot solange wir stehen können. Das geht ganz schön weit. Nur die letzten 100 Meter müssen wir schwimmen. An Bord lesen wir in der Sonne und genießen den Ausblick.

Für abends haben sich Christian und Vanessa spontan zum grillen angekündigt. Gegen 19 Uhr fahre ich mit Lola rüber bis zum Campingplatz, um die beiden abzuholen.

Pünktlich zum Sonnenuntergang schiebt uns der Elektromotor über glattes Wasser zurück zur Puffin, wo Jeannette schon den Grill angemacht hat. Wir genießen die laue Spätsommernacht und bewundern den Sternenhimmel über uns mit kalten Mixgetränken in der Hand.

Morgens gegen acht Uhr ist die Sonne schon warm und lockt mich ins Cockpit und in Wasser. Anschließend sitze ich mit meinem Buch „Symbol„ von Dan Brown in der Sonne, als urplötzlich der Wind auf Nord dreht. Wir schwingen herum in Richtung Land und ich beobachte, ob der Anker hält und die Wassertiefe abnimmt. Doch was ist das für eine krasse Wolke, die von Norden kommt? Waldbrand? Nein – es ist Seenebel der uns und alles um uns herum innerhalb von zwei Minuten verschlungen hat. Kein Ufer mehr, kein anderes Boot. Nur Wassertropfen in der kühlen Luft und der Wind hat auf 10 Knoten aufgefrischt. Welle baut sich auf. Unser Frühstück wird recht ungemütlich aber der Ankeralarm bestätigt, dass wir sicher liegen.

Über Nacht hatte ich den Kühlschrank ausgemacht, um Energie zu sparen. Der Batteriemonitor zeigt auch noch 82 Prozent an. Allerdings steigt der Plotter aus, sobald ein anderer Verbtaucher zugeschaltet wird. Komisch. Dann geht auf einmal der Alarm am Batteriemonitor los und zeigt an, dass die Batteriebank leer sein soll. Na toll. Der Nebel hat sich etwas gelichtet, so dass ich unseren Besuch wieder zum Campingplatz zurück bringen kann.

Dann gehen wir Anker auf. Nur die Ankerwinsch läuft langsam und streikt nach zwei Dritteln komplett. Den Rest muss ich mit Muskelkraft einholen. Dann motoren wir durch den Nebel zurück in die Marina. Als wir anlegen, hat die Sonne sich wieder durchgekämpft. Ich schließe erstmal den Landstrom an und die Batterien füllen sich langsam wieder. Leider deutet alles darauf hin, dass die Batterien nicht mehr viel taugen. Hatte ich 2019 eingebaut. Mit einem Freund, der elektrotechnisch fit ist, werde ich der Sache bald auf den Grund gehen.

Das Wochenende war dennoch sehr schön. Nur den Nebel hätten wir nicht gebraucht. Tja es wird eben Herbst und das Saisonende naht.

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