Travemünde ohne Delle

Pfingsten verheißt in diesem Jahr jede Menge Sonne. Dafür ist es mit maximal 18 Grad noch nicht sommerlich und der Wind weht nur sehr schwach. Wir nutzen das verlängerte Wochenende dennoch für den ersten Familientörn. Unser Ziel ist Travemünde, denn Jeannette war kürzlich beim Mädelswochenende dort und hat Delle den Delfin kennen gelernt. Eigentlich kennen wir Delle sogar schon aus dem Svendborgsund in Dänemark. Dort war der Delfin längere Zeit heimisch und Besucherattraktion. Nun hat er rüber gemacht in die Travemündung. Das wollen wir uns anschauen und natürlich auch Travemünde.

Am Samstag legen wir bei ziemlicher Flaute ab und motoren raus aus der Wismarer Bucht. Dann können wir auf Halbwindkurs abfallen und mit Groß und Genua zumindest für drei Seemeilen gemächlich dahinsegeln.

Den Rest der Strecke muss leider wieder der Motor ran. Durch einen Wald gelber Tonnen führt uns der Kurs immer tiefer in die Lübecker Bucht. Zu den gelben Tonnen steht in der Seekarte, dass dort magnetische Ablenkungen auftreten. Seltsam – liegt dort ein Ufo auf dem Grund?

Nachmittags erreichen wir den Passat-Hafen von Travemünde und finden einen schönen Platz mit direktem Blick auf den Traditionssegler. Den Delfin sehen wir nicht und der Hafenmeister berichtet, dass Delle schon vor über einer Woche das Weite gesucht hat. Vielleicht auch besser bei dem starken Schiffsverkehr auf der Trave. Zum Abendessen verholen wir uns ins Ahoi Restaurant von Steffen Henssler. Wirklich lecker. Es gibt frische Bowls und Burger.

Zurück an Bord nervt uns der Nachbar zwei Boote weiter mit seinem Akkuschleifer. Bis zum Dunkelwerden schleift er sein Deck. Wir lenken uns mit einer Partie Activity ab und einem Gläschen Rum.

Am Sonntag Vormittag schauen wir uns das Segelschiff Passat an. Echt beeindruckend die schiere Größe und auch die Hintergründe zur Geschichte sowie alte Filmaufnahmen von der Sturmfahrt um Kap Horn.

Anschließend fahren wir mit der Fähre rüber ins Getümmel und schlendern die Promenade entlang. Mit Blick auf die Trave stärken wir uns. Ich bekomme gebratene Heringe.

Die Mädels bummeln durch ein paar Geschäfte. Ich schnappe mir unser Hündchen und bahne mir den Weg durch die Menschen bis zum Strand, wo es Livemusik gibt. Mit einem kühlen Weizenbier in der Hand lausche ich Singer-Songwriterin Laura Julie. Als die Mädels da sind, hören wir noch das letzte Set an und fahren dann zurück zum Schiff.

An Bord gibts lecker Klopse mit Kartoffeln und Bohnen. Unser Nachbar schleift nicht mehr und eine spanisch-kubanische Sängerin sorgt am Hafen für musikalische Untermalung.

Pfingstmontag steht die Rückreise an. Um halb Elf verlassen wir den Hafen und setzen die Segel. Der Wind reicht nur zum dümpeln. Daher muss erstmal der Motor ran.

Vor der Steilküste starte ich noch einen erfolglosen Angelversuch. Weder Hering noch Dorsch lassen sich blicken. Dafür kommt Wind auf und wir können die letzten 10 Seemeilen bis zum Hafen segeln.

Auch ohne Delle den Delfin hatten wir ein schönes Pfingstwochenende in Travemünde und vielleicht schwimmt uns Delle ja diesen Sommer noch irgendwo vor dem Bug.

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