Der erste Bodenfrost war zwar schon da aber jetzt zeigte sich der Oktober versöhnlich. Milde Temperaturen selbst nachts täuschen darüber hinweg, dass der letzte Törn ansteht.
Es geht wieder nach Rostock ins Winterlager. Freitagabend fährt Jeannette uns zum Boot. Mein Kumpel Martin ist wie schon bei der Überführung im Frühjahr auch mit an Bord.
Am Samstag hieß es dann frühzeitig aus der Koje zu kriechen. Vor uns lagen rund 45 Seemeilen bei wenig Wind von hinten. Noch war das Meer glatt, als wir um 9 Uhr aus dem Hafen motorten. Das nutzten wir für unser Frühstück im Cockpit.



Auf Höhe von Poel erwischte uns Seenebel. Der hatte zumindest etwas Wind mit dabei. Wir rollten die Genua aus und segelten gemächlich mit 2-4 Knoten durch die weiße Suppe. Mit Kartenplotter, AIS und Radar fühlten wir uns aber ganz gut aufgestellt. Trotzdem überraschend wenn sich statt der erwarteten Boje auf einmal ein unsichtbares Angelboot direkt neben einem aus dem Nebel schält.




Als wir fast Kühlungsborn erreicht haben, können wir etwas anluven und auch das Großsegel setzen. Die Sonne hat sich durch den Nebel gekämpft und es wird angenehm warm und der Blick auf die Küste wird endlich mal frei.




Richtung Heiligendamm schwindet wie vorhergesagt der Wind und wir streichen die Segel. Unter Motor nehmen wir das letzte Stück bis Warnemünde in Angriff. Leider kommt der Nebel zurück und die Ansteuerung wird gruselig. Auf dem AIS sehen wir aber die Berufsschiffe in der Fahrrinne, die unheimlich in die Nebelhörner blasen. Erst unmittelbar zwischen den Molenköpfen kommt schemenhaft das Leuchfeuer aus dem Nebel.



Zum Glück ist der Spuk dann eine Meile landeinwärts vorbei. Die Sicht wird besser und wir legen nach 9 Stunden um 18 Uhr bei SAB-Marina an. Das Anlegebier schmeckt und auch der vorgekochte, deftige Eintopf von Martin ist genau das Richtige, um den herbstlichen Törn abzurunden.
Sonntag haben wir dann die Segel abgebaut und am Montag hatte ich nachmittags den Krantermin. Da hat mich tatsächlich noch ein kräftiger Schauer erwischt. Nun steht die Puffin hoch und trocken, auch wenn sich der Winter nur langsam anschleicht.






