Es ist Mitte Oktober und somit muss ich unseren Sommerliegeplatz in Boltenhagen verlassen. Die Überführung nach Rostock ins Winterlager steht auf dem Plan.
Die Wetterprognose für das Wochenende sieht passabel aus, nachdem am Mittwoch noch der erste Herbststurm die Ostsee aufpeitschte. Naja – Gegenwind aus Nordost wird es bleiben.
Am Freitagabend setzt Jeannette meinen Freund Christoph und mich am Hafen ab. Heizung an und Pizza in den Ofen. So ist es ganz gemütlich an Bord. Dazu gute Musik und kühles Bier.

Samstag früh schüttet es noch kräftig und so haben wir es nicht ganz so eilig mit dem Ablegen. Um viertel nach Neun tuckern wir trocken raus auf die Ostsee. Etwas Schub fehlt dem Motor jedoch. Die Schraube hat sehr viele Untermieter aufgenommen, wird sich einige Tage später am Kran zeigen.
Der Regen ist nur noch am Festland zu sehen. Wir setzen alle Segel, gehen hoch an den Wind und machen mit Maschinenunterstützung gerade 5 Knoten. Grund ist die Dünung von 1-2 Meter, die uns zunächst noch genau entgegen schlägt. Dafür schwächelt der Wind. Auf Backbordbug können wir nur Kurs auf Fehmarn nehmen. Der Motor kann abgestellt werden. Nach dem Wenden kommen wir zumindest Kühlungsborn etwas näher. Landen an der Einfahrt zum Salzhaff.
Der Wind nimmt ab und so dampfen wir erstmal direkt gegenan die Küste rauf bis kurz vor Kühlungsborn. Hier können wir abfallen auf Halbwindkurs und mit 4 Knoten gemächlich weitersegeln bis Warnemünde. Die Sonne blieb uns dabei treu und sorgte bei unserer Ankunft 18 Uhr für tolles Fotolicht.
Die Warnow rauf bis zur SAB-Marina motoren wir mit einbrechender Dunkelheit und machen um 19 Uhr nach 46 Seemeilen fest. Auf den gelungenen Törn gibt es ein Anlegebier und heiße Würstchen.
Den Sonntag und Montag nutzte ich schließlich zum Abbauen der Segel und Schoten. Auch der Wassertank und Boiler musste geleert werden. Viele Handgriffe später schwebte die Puffin dann am Dienstag um 10 Uhr unter dem Kran. Hier zeigte sich auch wie vermutet der starke Pockenbewuchs an der Schraube. Pockenfett taugt also nicht als Schutz.
Nun steht die Puffin hoch und trocken auf dem Lagerbock. Die ToDo-Liste ist ganz gut gefüllt und trotz Corona liegt eine gut genutzte Segelsaison hinter uns, wenn auch nicht so unbeschwert wie gewohnt. Mal sehen, ob das neue Jahr etwas mehr Licht am Horizont bereit hält.












