Traditionell stand auch dieses Jahr wieder der Herrentagstörn im Familienplaner. Trotz der Corona-Einschränkungen hatte ich Anfang Mai in die Segelsaison starten können. Die Puffin lag am Liegeplatz bereit.

Dieses Jahr war nur mein Kumpel Christian mit am Start und kam am Mittwochabend zu mir an Bord. Dabei hatten wir auch unsere Kitesurfausrüstung. Der Wetterbericht sah recht brauchbar aus und so war der Törnplan schnell fixiert. Fehmarn sollte es wieder mal werden.

Am Herrentag verwöhnte uns Sonnenschein. Da vormittags noch Flaute herrschte, machten wir uns erst mittags auf den Weg. Bei leichtem Wind setzten wir alle Segel. Hoch am Wind kamen wir unter Autopilot nur langsam unserem Ziel näher. War nicht schlimm, denn wir hatten ja Zeit und gute Musik an Bord.
Erst um Acht machten wir in Burgtiefe fest und anschließend den Grill klar. Rot ging die Sonne hinter den Windrädern unter. Nach einem Spaziergang über das verwaiste Gelände des Surffestivals, das coronabedingt nicht stattfinden konnte, fallen wir zufrieden in unsere Kojen.

Am Freitag durchstöberten wir vormittags die Surfshops in Burg. Nachmittags wollten wir selbst aufs Wasser. Mit Neoprenanzug und Surfausrüstung fuhren wir rüber zum Kitespot Wulfen. Der versprochene Wind stellt sich nicht ein und so bleibt als Erfolgserlebnis nur ein Strandgut-Fund. Der Rest eines großen Pfahles könnte ein zweites Leben als maritime Deko erhalten. Also schleppen wir das schwere Teil mit dem Schlauchboot ganz langsam zurück zum Schiff.
Gerade rechtzeitig vor einem kräftigen Regenschauer sind wir zurück gewesen. Das Grillen ließen wir uns dadurch nicht vermiesen. Morgen war auch noch ein Tag. Der war zum Glück so gut wie regenfrei. Mit dem Handwagen voller Surfgepäck schoben wir zum Ende des Südstrandes. Der ausgewiesene Kitespot war aber noch weitere 3 Kilometer entfernt. Wir nahmen den Weg auf uns und wurden enttäuscht. Überall Buhnen und Steine. Also gingen wir die 3 Kilometer zurück, nachdem wir ein Frustbier getrunken hatten. Zurück am Ausgangspunkt war nun ausreichend Wind und wir konnten uns doch noch unter den Schirm hängen. Hat Spaß gemacht, mal wieder zu kiten.
Zurück an Bord stärkten wir uns mit selbstgemachten Burgern. Dabei hatten wir Logenplätze für den Sonnenuntergang und ein paar Kiter auf dem Binnensee.

Heute sind wir nun zurück nach Boltenhagen gesegelt. Um 9 Uhr ging es los. Bei 6-7 Windstärken setzten wir das Großsegel im zweiten Reff. Am Ausgang des Binnensees erwischten uns gleich Böen bis über 40 Knoten. Mit Kutterfock und deutlich verkleinerter Genua kamen wir bis auf 8,5 Knoten Speed. Hoch am Wind konnten wir direkten Kurs absetzen und rauschten dahin.
In der Lübecker Bucht erwischten uns Schauerböen mit über 40 Knoten. Die Genua musste ganz weg gerollt werden. Überkommende Wellengischt wusch uns mehrfach die Jeanshosen. Immerhin kamen wir unserem Ziel schnell näher und statt 7,5 Stunden auf der Hintour brauchten wir nur 5 Stunden. Ein gelungener Törn fand sein erfolgreiches Ende. Der Anleger schmeckte und mit reichlich Action im Erinnerungsspeicher machten wir uns auf den Weg nach Hause. Zufrieden und mit reichlich Motivation für weitere Törns oder Surfsessions.

















