24 Meilen Einhand bei 6 Beaufort

Allein ablegen, allein die Segel setzen, reffen und das Boot steuern. Allein anlegen. Heute hieß es nur das Boot und ich. Die restliche Überführung nach Boltenhagen stand an, nachdem der erste Versuch vorzeitig in Kühlungsborn endete.

Wetterbericht und Gribfiles zeigen immer noch unangenehme Bedingungen da draußen. Es bläst seit Mittwoch. Aber heute Mittag sollte ein Winddreher auf Nord kommen. Somit wäre ein Halbwindkurs drin. Also fahre ich um 8 Uhr in Schwerin mit dem Zug los. Das letzte Stück nach Kühlungsborn mit der Molli-Bäderbahn mit Dampflok.

Es ist empfindlich kalt draußen. An Bord packe ich mich in mehrere Lagen Kleidung. Um 13:15 Uhr lege ich ab nach Überlegen und Vorbereitung. Alles klappt super allein. Dauert nur etwas länger. Setze noch im Hafen das Groß im ersten Reff. Dann geht es raus in die Welle. Steht noch ganz ordentlich. Es bläst mit 25 bis 30 Knoten. Ich rolle die Kutterfock aus und mit Motorunterstützung geht es hoch am Wind zur Landecke, wo ich dann Abfällen und segeln kann.

Tatsächlich passt der Wind nun und ich rolle 1/3 Genua aus. Nun segeln wir mit 6-7 Knoten Geschwindigkeit. Läuft. Die Sonne kommt sogar raus. So kann ich gut Strecke machen. Als ich Poel erreiche, nimmt der Wind etwas ab und ich kann die volle Genua ausrollen. Nach 4 Stunden bin ich schon vor dem Hafen und bereite mich in Ruhe auf das Anlegen am Fingersteg vor. Zum Glück drückt der Wind mich heute dagegen und alles läuft super. Da bin ich schon ein bisschen stolz, meinen ersten Einhandtörn so gut gemeistert zu haben trotz Starkwind. Jetzt erstmal Pizza und Anlegebier.

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