Der Tag der Arbeit gilt scheinbar auch für Seemänner wörtlich. Nachdem die Puffin gestern in die neue Saison gekrant wurde und ich die Segel und Schoten wieder angebracht hatte, stand heute die Überführung von Rostock nach Boltenhagen an.
Zur Unterstützung kam gestern mein Freund Christoph an Bord, mit dem ich die Puffin im Oktober schon bei besten Halbwind-Bedingungen zum Winterlager verholt hatte.
Kurz nach halb Sieben legten wir in Bramow ab und mit einem Kaffee in der Hand tuckerten wir die Warnow runter nach Warnemünde. Das der Westwind gegen uns sein würde, wussten wir. Der deutsche Wetterdienst sprach von 3-4 auffrischend 5-6 Beaufort und 1,5 Meter Welle. Während wir um halb Acht das Groß im ersten Reff setzen, kam ein Fischkutter reingewackelt. Die Männer riefen und deuteten, wir sollen nicht auslaufen. Zu viel Wind. Wir rollten die kleine Stagfock aus und durch Wellenberge schoben uns Segel und Motor raus ins Getümmel.
Der Windmesser zeigte bereits konstant oberhalb 30 Knoten an. Kein anderes Boot draußen. Mit Motorunterstützung konnten wir bis etwa 30 Grad an den Windgehen. Die Achterbahnfahrt nahm ihren Lauf. Gischt fand regelmäßig den Steuermann und so bekamen wir beide unsere Dusche. Mit mehreren Kreuzschlägen kämpften wir uns bis auf Höhe Kühlungsborn. Dann hatte wir die Nase voll und der Wind sollte zum Nachmittag ja noch weiter zunehmen. Schon jetzt waren es dauerhaft oberhalb 30 Knoten. Die 40 wurde mehrfach geknackt.
Also brachen wir unsere Überführung ab und liefen Kühlungsborn an. Dort begingen wir dann immerhin noch den Feiertag mit einem zünftigen Essen und einem kalten Bier. Jeannette hat uns dann abgeholt, nachdem wir Klarschiff gemacht und das Deck entsalzt hatten.
Nun kann die nächste Etappe bis Boltenhagen erst am Wochenende in Angriff genommen werden. Daumen drücken für passable Windbedingungen.





