Als wir uns am Mittwochabend vor Himmelfahrt an Bord zum alljährlichen Männerkommando versammelten, hatten wir allen Grund dem Wochenende erwartungsvoll entgegenzublicken. Da der Herrentag nur schwachwindig werder sollte, konnten wir ausgiebig frühstücken und lösten erst gegen Mittag die Leinen. Vorher noch unter Deck alles mit unserem Surfzeug vollgestopft. Von Windsurfausrüstung über Kite-Equipement bis hin zu einem Stand-UP-Paddelboard waren einige Spielzeuge dabei. Nach dem Tanken dieselten wir nämlich Fehmarn entgegen. Dort war das ganze Wochenende Windsurf-Festival und wir wollten dabei sein. Also den Autopilot eingestellt und bei glattem Wasser mit Reggea-Musik aus der Bose-Box gemächlich dem Ziel entgegengeschippert.
Ab Freitag stellte sich dann die vorhergesagte Ostwindlage ein. Blauer Himmel von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Vormittags machten wir einen Ausflug nach Burg und stöberten durch die Surfshops und stärkten uns mit Fischbrötchen. Nachmittags frischte der Wind dann kräftig auf und da wir nicht sicher waren, ob am Südstrand gekitet werden darf, bauten wir zunächst am Binnensee beim Surfcenter auf. Mit 9er Kite surfte ich bei böigem Wind über die Lagune. Holger versuchte sich mit Windsurfen. Der Spot war durch fehlenden Anlandeplatz und Nähe zum Yachthafen nicht optimal und auch der böige Wind nicht. Außerdem erinnerte mich ein Kitelehrer auf der Lagune, dass hier Schulungsgebiet ist. Holger zog ab zum Südstrand und ich hatte erstmal genug. Chillten dann lieber noch am Strand und sahen dort den Kitern zu. Denn offenbar durfte man während des Festival hier auch Kiten. Toll – Material lag schon wieder an Bord. Also dann am nächsten Tag. Außerdem wollten wir ja noch Grillen und später zur Party.
Den Samstag Vormittag nutzten wir bei weniger Wind, um mal das aufblasbare SUP-Board auszutesten. Gar nicht so leicht bei den Wellen die Balance zu halten. Da spürt man schnell völlig untrainierte Muskeln. Nachmittags legte der Wind wieder langsam zu und ich konnte mit meinem 16er Kite auf´s Wasser gehen. Nach zwei ausgedehnten Sessions war dann die Luft raus aus den Muskeln. Der Wind legte weiter zu und so kamen auch die Windsurfer auf ihre Kosten. Am nächsten Tag mussten wir ja zurück nach Warnemünde und früh aufstehen, denn der Ostwind war ja gegen uns und sollte über den Tag zunehmen. Das bedeutet auch Seegang von vorn. Als wir morgens um 7 Uhr ablegten, war es mit 4 Beaufort noch moderat und wir konnten unter Maschine viel Strecke gut machen. Letztlich brauchten wir aber doch 9 Stunden und das ohne Segeln. Auf Kreuzkurs hätten wir etwa doppelt so lange gebraucht und aus der Ferne hörten wir schon Familie und Job rufen. Abgekämpft aber zufrieden zogen wir dann Sonntagabend Richtung Heimat. Bis zum nächsten Jahr.